Der Wendengott Svarožić, auch "Radegast" genannt, in einer mittelalterlichen Darstellung

Die Bedeutung des Ortsnamens "Radegast" steht in direktem Zusammenhang zur frühen Siedlungsgeschichte des Ortes. Die Region wurde früher von den Wenden, einem slawischen Stamm, besiedelt. Die Slawen beteten eine große Anzahl von Gottheiten an. Die höchste unter ihnen war der Gott Svarog. Er wurde als Gottvater und als Schöpfer von Erde, Sonne und Feuer verehrt. Sohn des mächtigen Svarog war Svarožić, der zunächst als Sonnengott verehrt wurde, beispielsweise bei Sonnenwenden.

Bei den Elbslawen - den Wenden - bekam Svarožić später eine neue Funktion: Er wurde zum Kriegsgott umgedeutet, der die slawischen Stämme beschützen sollte. Hier hatte Svarožić auch einen anderen Namen: Radegast. Erstmals erwähnt wurde Radegast zum Beginn des 11. Jahrhunderts. Der Mythologie zufolge war das zentrale Heiligtum des Radegast die Götterburg Rethra in Mecklenburg. Kein besonders anheimelnder Ort - zwar wurden im Tempel die Tribute der Nachbarstämme und die Kriegsbeute aufbewahrt, doch sind der Gottheit dort auch Menschenopfer dargebracht worden.

Zum Kult gehörten auch ein heiliges Pferd und ein heiliger Eber, der sich bei Kriegsgefahr im Schlamm des Sees wälzte. Die Entwicklung des Svarožić zum Radegast lässt sich durch den Beibehalt der Symboltiere des alten Sonnenkultes, Pferd und Eber nachvollziehen. Die bildliche Darstellung der wendischen Gottheit zeigt ihn als jugendlichen Krieger mit krausem Haar, auf dem Kopf einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln. In einer Hand trug er eine Lanze, in der anderen einen Schild, den ein Büffelkopf zierte.

(Bildquelle: wikipedia (Künstler: Georg Spalatin, um 1530))