Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Radegast

In früheren Zeiten, als die meisten Gebäude noch aus Lehm, Holz und Stroh bestanden und als offenes Feuer zum Kochen und Heizen noch üblich war, hatten Brände oftmals verheerende Auswirkungen für ganze Städte und Gemeinden. Auch Radegast und die Domäne blieben von Feuersbrünsten nicht verschont.

Am 21. Mai 1770 brannte das Brauhaus der Domäne nieder. Das Feuer griff auf den Ort über, wobei neun weitere Grundstücke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Fünf Jahre später wurde die Domäne erneut von den Flammen heimgesucht: Der Schafstall, Scheunen und das Spritzenhaus wurden zerstört. 1846 erwischte es das Brennereigebäude, einige Jahre später das Grundstück des Kaufmanns Schoof. Die Schäden waren meist groß, da zwar meist ausreichend Helfer verfügbar waren, die Brandbekämpfung in diesen Tagen jedoch meist unkoordiniert ablief.

Die Ursprünge des organisierten Feuerlöschbetriebs in Deutschland gehen auf die Turnerbewegung zurück. 1842 erklärte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die Leibesertüchtigung zum "notwendigen und unentbehrlichen Bestandteil der männlichen Erziehung" und führte das Turnen amtlich als Schulfach ein. Aus den Turnvereinen gingen in der Folge vielerorts die ersten "freiwilligen Löschvereine" hervor - ein Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr, denn fortan waren nicht mehr massenhaft vorhandene, aber unmotivierte und schlecht ausgebildete Löschdienstpflichtige für die Brandbekämpfung zuständig, sondern nun gab es Zusammenschlüsse von Freiwilligen, die sich der schweren Arbeit annahmen und sich mehr und mehr darauf spezialisierten.

Auch im Lande Anhalt wurden die Bürger schließlich aus den vielen Schäden klug: Am 30. Oktober 1855 wurde die Bernburger Feuerwehr gegründet, die Dessauer Wehr folgte am 13. November 1863, Köthen zwei Jahre später, am 17. November 1865.

Bereits am 4. Oktober 1855 wurde in Radegast eine "Orts-Feuerlöschverordnung" erlassen. Am 15. September 1873 schließlich gründeten 38 Radegaster Bürger um den Apotheker Hermann Kahleyß die Freiwillige Feuerwehr. Auf der Gründungsversammlung wurde der Pächter der Domäne, Amtmann Hermann Sack, zum ersten Hauptmann der Feuerwehr gewählt. Stellvertreter wurde der Apotheker Kahleyß, Spritzenmeister der Kupferschmied Louis Marx, der der Wehr auch die erste - selbst gebaute - Kastenspritze zur Verfügung stellte. Die Regierung des Herzogtums Anhalt spendierte zur Gründung der Feuerwehr ein Startkapital von 150 Mark, was heute einer Kaufkraft von ca. 1.500 Euro1 entsprechen würde.

Der erste Einsatz der Radegaster Kameraden fand am 11. November 1874 in einer Lederwarenfabrik im Nachbarort Zörbig statt. In diese Zeit fällt auch die Loslösung der Wehren von den Turnvereinen. Die Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehren untereinander intensivierte sich hingegen: Am 27. Oktober 1878 trafen sich die Wehren aus Dessau, Jeßnitz, Oranienbaum, Radegast, Raguhn, Roßlau und Zerbst. Erstmals ging es auf diesem Treffen nicht um das Turnen, sondern einzig und allein um Belange des Feuerlöschwesens. Man beschloss, solche Treffen künftig jährlich zu wiederholen. Im selben Jahr erhielt die Radegaster Wehr einen neuen Hauptmann: Kamerad Götze folgte auf Amtmann Sack. Leider ist sein Vorname nicht überliefert. Vermutlich handelt es sich um Carl Götze, der in Protokollen von Ausschuss-Sitzungen des Anhaltischen Feuerwehr-Verbandes als "Chargierter" (Delegierter, Abgeordneter) der Radegaster Feuerwehr erwähnt wird. In den Anfangsjahren lief wohl alles recht provisorisch. Nicht mal Uniformen gab es bis 1882, und diese mussten sogar privat beschafft werden!

Ein Jahr später - am 20. Juni 1883 - wurde in Dessau der Anhaltische Feuerwehr-Verband gegründet. Auch die Radegaster Kameraden waren sehr frühzeitig im Verband organisiert, möglicherweise gehörte die Feuerwehr Radegast sogar zu den Gründungsmitgliedern. Am 14. Dezember 1884 und am 1. Mai 1885 fanden jeweils Ausschuss-Sitzungen des Anhaltischen Feuerwehr-Verbandes in Radegast statt. Das Feuerlösch- und Rettungswesen unterstand der Oberaufsicht der Abteilung des Inneren der herzoglichen Regierung. Auf den meist jährlich abgehaltenen Verbandstagen wurde über die Arbeit der Feuerwehren, aber auch über die Anschaffung von Geräten und Ausrüstung sowie über finanzielle Fragen beraten. 1887 übernahm Louis Koltsch die Leitung der Radegaster Feuerwehr.

Ihm folgte 1904 Albert Koch. Drei Jahre später gab es für die Kameraden neue Uniformen - maßgeschneidert vom Radegaster Schneidermeister Paul Kühne. Stückpreis: Stolze 13 Mark. Im Jahr 1914 wurde Kamerad Spangenberg zum Wehrleiter gewählt. Im gleichen Jahr wurde die Radegaster Feuerwehr außerdem musikalisch: Sechs Kameraden gründeten eine Feuerwehrkapelle. Ob daraus ein gutes Jahrzehnt später in Zusammenarbeit mit Musikdirektor Bernhard Wächters Musikschule die in der Chronik erwähnte Stadtkapelle hervorging, bleibt an dieser Stelle ungeklärt. 

Bereits im Jahr 1905 verbesserte man die Ausrüstung der Kameraden durch die Anschaffung eines Leiter- und Wasserwagens. 1922 investierte der Radegaster Magistrat erneut: Man kaufte - nach fast 50 Jahren! - erstmals eine neue Handdruckspritze. Diese wurde nun nicht mehr von Hand, sondern von Pferden gezogen. Die Vierbeiner gehörten allerdings nicht der Feuerwehr, sondern zwei Radegaster Landwirten, die selbige im Einsatzfall zur Verfügung stellen mussten. Untergebracht waren die Kameraden zu dieser Zeit noch auf dem Gelände der Domäne, jedoch wurden in diesem Jahr auch die Weichen für den Umzug in Richtung Sportplatz gestellt mit der Errichtung eines Steigerturmes. Wehrleiter war von 1919 bis zu seinem Tod am 2. Februar 1922 der Klempnermeister Otto Regel. Sein Sohn Armin übernahm den väterlichen Betrieb und beteiligte sich am 1930 begonnenen Bau des neuen Gerätehauses, für dessen Turm er die Spitze stiftete. Zum Zeitpunkt der Einweihung des neuen Gerätehauses amtierte Schuhmachermeister Oswald Meyer als Wehrleiter.

1931 wurde gemeinsam mit weiteren Wehren aus umliegenden Gemeinden eine "Feuerlöschgenossenschaft" gegründet - ein Vorläufer der späteren "Abschnittsfeuerwehr". Von 1931 bis 1935 übernahm der Spediteur und Landwirt Karl Böhme das Kommando über die Radegaster Feuerwehr. In seine Amtszeit fällt die Beschaffung einer mechanischen Leiter, die bis auf 12 Meter ausgefahren werden konnte. Auf Böhme folgte der Gastwirt des Lokals "Prinz von Anhalt", Theodor Bahr, der die Wehr auch durch die schwere Zeit des Zweiten Weltkriegs führte. Ab 1936 erleichterte die erste motorisierte Spritze, eine TS4, die Arbeit der Kameraden deutlich. Transportiert wurde die Spritze mit den gleichzeitig beschafften Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Zwar technisch umfangreich aufgerüstet, stand die Feuerwehr ein Jahr später jedoch vor einem existenziellen Problem: Ihr gingen die aktiven Kameraden aus. Zum ersten Mal in der Geschichte der Radegaster Wehr war es notwendig geworden, die Bürger der Stadt zum Dienst in der Feuerwehr zu verpflichten. Monatlich mussten zwei Stunden Dienst absolviert werden. Wer sich nicht blicken ließ, hatte mit einer empfindlichen Strafe von 20 Reichsmark zu rechnen - dies entspricht immerhin einer heutigen Kaufkraft von ca. 90 Euro1!

Die Situation spitzte sich zu, als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach. Unter der Leitung des Brandmeisters Karl Jahn entstand 1940 die Jugendfeuerwehr Radegast. 1942 stellte Kraftfahrzeugmeister Marx der Feuerwehr erstmalig ein motorisiertes Fahrzeug zur Verfügung - einen Opel-Pkw, der als Zugfahrzeug für den Spritzenanhänger diente. Das erste "echte" Feuerwehrauto fand erst nach Kriegsende den Weg nach Radegast: 1946 erhielt man aus dem Nachlass der Köthener Junkers-Werke ein LF 15: Ein umgebauter Opel Blitz, der sogar über eine Vorbaupumpe verfügte. Am 11. November 1946 allerdings wurde das Fahrzeug bereits wieder gestohlen - und zwar mitsamt TSA! Die Geräte wurden zwar vier Monate später im Sandersdorfer Busch wieder gefunden, jedoch hatte der Tragkraftspritzenanhänger zunächst keine Räder mehr, denn die Diebe hatten es offensichtlich auf die seinerzeit heiß begehrten Gummireifen abgesehen. Doch die Radegaster Kameraden improvisierten - sie statteten den Spritzenanhänger kurzerhand mit Holzrädern aus! Außerdem bekam die Feuerwehr 1946 einen neuen Wehrleiter: Hermann Quinque.

1949 wurde die Jugendarbeit der Wehr wiederbelebt: Die Kameraden Werner Stephan und Gerhard Liesche gründeten eine FDJ-Löschgruppe. Seit diesem Jahr kontrollierten die Radegaster Brandschützer auch regelmäßig Wohnstätten auf Einhaltung der Brandschutzvorschriften. Ein Jahr darauf waren Löschfahrzeug und TSA wieder vollständig bestückt und einsatzfähig. Ebenfalls 1950 gründeten die freiwilligen Feuerwehren Radegast, Zehmitz, Zehbitz, Wehlau, Riesdorf und Cösitz eine Abschnittsfeuerwehr. Abschnittsleiter wurde Hermann Meyer, der zwischen 1952 und 1956 auch als Wehrleiter in Radegast fungierte.

1951 wurde im Bereich der Nachwuchsarbeit der nächste Schritt gemacht: Gerhard Liesche begründete die Arbeitsgemeinschaft "Junge Feuerwehrleute", später umbenannt in "Junge Brandschutzhelfer". Das LF 15 wurde im selben Jahr mit Sitzen ausgerüstet - allerdings musste der Angriffstrupp mit Stehplätzen auf den Kotflügeln vorlieb nehmen, da nicht genügend Plätze zur Verfügung standen. 1953 erhielten die Radegaster Kameraden ein "neues" Zug- und Hilfsfahrzeug - einen Hansa-Lloyd, der zunächst stolze 60 Liter Kraftstoff auf 100 km Strecke verbrauchte, bevor ihn die Kameraden umbauten. 1956 übernahm Werner Stephan die Leitung der Feuerwehr. Während seiner Amtszeit entstand im Jahr 1960 eine Frauenlöschgruppe, zunächst bestehend aus vier Kameradinnen. 1962 gab es zudem ein neues Fahrzeug - ein LF8 vom Typ Robur Garant. Auch das Gerätehaus wurde 1962 erstmalig umgebaut, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.

Seit 1967 unterstanden die Kameradinnen und Kameraden in Radegast einem neuen Wehrleiter - Gerhard Liesche führte während der kommenden 22 Jahre die Geschicke der Wehr. In den 1960er Jahren verbuchte die Radegaster Wehr auch erste Erfolge im Feuerwehrsport. 1968 legte man die Leistungsstufe III ab, Stufe I folgte 1969 - eine Leistung, die vor den Radegastern niemand im damaligen Kreis Köthen absolviert hatte. Auch in den Jahren 1970, 1972 und 1975 wurde das Gerätehaus wieder umgebaut und erweitert: Schulungsraum, Werkstatt, Toiletten und eine separate Frauenumkleide wurden gebaut. 

1973 feierte man das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr: Am 15. September gab es einen Festempfang, zwei Wochen später eine zweitägige Jubiläumsfeier mit einem Festumzug, Vorführungen verschiedener Feuerwehrtechnik und einem Feuerwehrball als krönenden Abschluss - ein Jubiläum, an das sich ältere Kameradinnen und Kameraden auch heute noch gern zurück erinnern. Zwischenzeitlich wurde auch die Technik der Radegaster Wehr Zug um Zug erweitert: ein Schlauchtransportanhänger (STA, Bj. 1968) und ein neuer Tragkraftspritzenanhänger (TSA, Bj. 1973) wurden beschafft. Den Fuhrpark ergänzt - übrigens bis heute - ein 1976 gebautes LF8 "Robur LO".

Im Laufe der Jahre haben sich die Kameradinnen und Kameraden der Radegaster Wehr in der Region einen guten Ruf erarbeitet. Bei Wettbewerben wie Löschangriffen konnte eine Vielzahl von Trophäen gewonnen werden. Im Jahr 1981 konnte die Freiwillige Feuerwehr Radegast den Titel "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" erringen. 1986 rückten die Kameradinnen und Kameraden der Wehr zu ihrem bislang größten Einsatz aus: Ein Großbrand verursachte einen Millionenschaden im Folienwerk des Nachbarortes Weißandt-Gölzau. Das tragische Unglück forderte ein Menschenleben, ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt.

Die Jugendarbeit litt unterdessen ein wenig, aber im März 1988 wurde die AG "Junge Brandschutzhelfer" unter der Leitung von Gerhard Liesche wiederbelebt. 1989 ersetzte Kamerad Helmut Trehkopf Liesche als Wehrleiter, wurde aber seinerseits bereits ein Jahr später durch Gerald Liesche, den Sohn des langjährigen Wehrleiters, abgelöst, der die Wehr bis heute führt.

1991 bekam der Fuhrpark erneut Zuwachs: Von der Freiwilligen Feuerwehr der friesischen Gemeinde Sande übernahm man ein LF 8 vom Typ Magirus Deutz 95 D 7 - zu diesem Zeitpunkt schon ein stolzes Vierteljahrhundert alt, in Radegast aber trotzdem noch weitere sechs Jahre im Dienst. Ebenfalls Anfang der 1990er Jahre entstanden partnerschaftliche Verbindungen zur Freiwilligen Feuerwehr der niedersächsischen Gemeinde Lauenau, die mittlerweile allerdings leider eingeschlafen sind. Zwei Jahre später feierte die Wehr mit einem großen Festakt ihr 120-jähriges Bestehen. 1994 wurde ein hydraulischer Kombi-Rettungssatz mit Schere und Spreizer zur Bergung von Menschen bei Verkehrsunfällen beschafft. Ebenfalls in den 1990er Jahren wurde neben dem Gerätehaus eine Doppelgarage errichtet, in der vor allem die Geräte der Jugendfeuerwehr untergebracht waren.

Diese entstand nach der Wende aus der "AG Junge Brandschutzhelfer". Unter der Leitung von Andrea und Harald Kühne wuchs die Mitgliederzahl kontinuierlich an und auch das Ausbildungsniveau stieg ständig, sodass die Jugend 1995 als eine von 28 Gruppen an der 2. Landesmeisterschaft im Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren in Staßfurt teilnehmen konnte. 1995 übernahm Holger Stephan die Leitung der Jugendfeuerwehr, die ab 1997 von David Lamprecht und Constanze Schlaß geführt wurde. Auch bei der 4. Landesmeisterschaft in Nebra 1999 und bei der 5. Landesmeisterschaft 2000 in Calvörde nahm die Radegaster Jugendfeuerwehr teil - diesmal gehörte auch Holger Stephan wieder mit zum Betreuerteam. Die 6. Landesmeisterschaft in Elbingerode war die bislang letzte, an der sich die Jugendfeuerwehr beteiligte. Die damalige Jugendmannschaft war zudem die bislang einzige der Radegaster Wehr, die die Prüfung für die Leistungsspange, das höchste Leistungsabzeichen der Deutschen Jugendfeuerwehr, erreichen konnte.

Im Jahr 1997 wurde der in die Jahre gekommene Magirus Deutz ersetzt - seitdem nutzen die Radegaster Kameradinnen und Kameraden ein LF8/6 Mercedes-Benz 917 mit Metz-Aufbau. 2007 gesellte sich noch ein VW-Bus als Mannschaftstransportwagen (MTW) dazu. Die neue Technik brauchte jedoch immer mehr Platz, und es zeigte sich, dass das Gerätehaus den gestiegenen Anforderungen längst nicht mehr gewachsen war. Im Jahr 2000 wurde deshalb ein Neubau auf dem ehemaligen Reitplatz errichtet. Dort bietet nun eine Fahrzeughalle den insgesamt drei Fahrzeugen ausreichend Platz. Weiterhin finden sich im Gerätehaus Schulungsräume für die Einsatzabteilung und die Jugendfeuerwehr nebst Küche, ein Büro für die Wehrleitung sowie moderne Umkleide- und Sanitäranlagen. Nachträglich angebaut wurde ein Schlauchturm. Zudem wurde die Doppelgarage vom alten Gerätehaus abgebaut und hinter dem neuen Domizil der Radegaster Kameradinnen und Kameraden wieder errichtet. Der Steigerturm am alten Gerätehaus wurde abgebrochen und das Gebäude umgebaut, sodass es als Jugendklub genutzt werden konnte.

Seit 1977 war das Ausbildungslager im Schullandheim Möhlau fester Bestandteil der feuerwehrtechnischen Schulungen und unumstrittener Höhepunkt eines jeden Dienstjahres, bis die Einrichtung Ende 2003 geschlossen wurde. Im gleichen Jahr feierte man das 130-jährige Bestehen der Wehr mit einem bunten Programm aus Musik und Vorführungen rund um die Arbeit der Feuerwehr. Ebenfalls aus diesem Anlass wurden auf der historischen Handspindelpresse der "Falschmünzerei" des Heimat- und Trachtenvereins Gedenk-Medaillen geprägt, auf denen Ansichten des alten und neuen Feuerwehrgerätehauses dargestellt sind. 2010 wurde der Fuhrpark der Radegaster Wehr vorerst komplettiert mit der Anschaffung eines Mehrzweckanhängers (MZA).

Heute verfügt die Wehr über eine Einsatzabteilung mit ungefähr 30 aktiven Kameradinnen und Kameraden. Seit jeher ist die Freiwillige Feuerwehr Radegast auch ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens - gemeinsam mit ortsansässigen Vereinen ist sie an der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Festen im Ort beteiligt. Auch heute noch nehmen die Kameradinnen und Kameraden an Feuerwehrwettkämpfen teil und erzielen dabei nach wie vor oft gute Platzierungen. Die Jugendarbeit leiten derzeit die Kameraden Christian Brosinski (Jugendfeuerwehr) und Markus Bothe (Kinderfeuerwehr). Die Arbeit der Radegaster Feuerwehr wird unterstützt von einer Reihe von Fördermitgliedern. Kameradinnen und Kameraden, die aus dem aktiven Dienst ausscheiden, gehen in die Altersabteilung der Wehr über. Am 1. Dezember 1994 ernannte die Feuerwehr das im Jahr 2012 verstorbene Radegaster "Original" Werner Städter zum Ehrenmitglied. Die frühere Bürgermeisterin Rita Exner wurde am 9. Dezember 2000 ebenfalls in die Ehrenabteilung aufgenommen. Anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Wehr, welches 2013 mit Wettkämpfen, Vorführungen und einem bunten Rahmenprogramm standesgemäß gefeiert wurde, wurde am 25. Mai 2013 auch dem langjährigen Ortsbürgermeister Michael Graf und Holger Stephan für ihre Verdienste bei der Entwicklung und Förderung des Brandschutzes in Radegast die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Quellen:
Chronik der Stadt Radegast, Ausgabe 1989
Festschrift zur 750-Jahr-Feier der Stadt Radegast, 1994
Begleitblatt zur Ausgabe der Gedenkmünze "130 Jahre FFW Radegast"
verschiedene Wikipedia-Artikel zu Feuerwehr-Technik
Webseite der Freiwilligen Feuerwehr Radegast
Kaufkraftberechnung nach http://fredriks.de/HVV/kaufkraft.htm#calc

Ein besonders herzlicher Dank gilt den Kameraden Dieter Belitz und Hartmut Greulich vom Fachbereich Historik des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt sowie der Kameradin Kerstin Mischkewitz von der Freiwilligen Feuerwehr Radegast für Ihre Recherchen und die Unterstützung!